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< 25.11.2017 Patientenkongress in Essen: Schlaf-E-2017 * Endlich besser schlafen
04.12.2017 12:08 Alter: 224 days

Patientenkongress am 25.11.2017 zum Thema Schlaf Schlaf-E-2017 Endlich besser schlafen


Kurt Gethmann (1. Vors. SH-Essen) - Oberbürgermeister Thomas Kufen - Michael Biermann (2. Vors. SH Essen)

Werner Waldmann

 

Essener Bundestagsabgeordnete Dirk Heidenblut (SPD) und Matthias Hauer (CDU) sprechen sich gegen Ausschreibungen der Krankenkassen für Hilfsmittel für Patienten mit Schlafapnoe aus und sagen Ihre aktive Unterstützung zu.

Am Samstag, den 25.11.17 lud die älteste und erste Selbsthilfegruppe für Schlafapnoe und Atemstillstand in Deutschland zum Patientenkongress Schlaf-E-2017 in das Hotel Franz in Essen ein.

Neben vielen Vorträgen von hochkarätigen Medizinern gab es eine große Industrieausstellung mit allen führenden Herstellern für Therapiegeräte und Masken.

Der Oberbürgermeister der Stadt Essen und Schirmherr, Herr Thomas Kufen, eröffnete den Kongress und bedanke sich für das große Engagement des Vereins in den letzten Jahren.

Am Nachmittag gab es eine Podiumsdiskussion mit den beiden Essener Bundestagsabgeordneten Dirk Heidenblut (SPD) und Matthias Hauer (CDU) sowie Dr. Rainer Kundt (Ltd. Amtsarzt des Gesundheitsamtes Essen, Prof. Dr. Helmut Teschler (Ruhrlandklinik), Dr. Winfried Hohenhorst (Krupp-Krankenhaus-Essen), Priv.-Doz. Dr. Helmut Frohnhofen (Krupp-Krankenhaus-Essen) und Dr. Hartmut Grüger (Klinik für Schlafmedizin Düsseldorf). Michael Biermann 2. Vorsitzender der SH Schlafapnoe in Essen und Veranstaltungsleiter moderierte die Diskussion.

Bisher hatten die Fachmediziner keine konkreten Ansprechpartner für die Belange der Schlafmedizin in Berlin. Gerade die aktuelle Ausschreibung für die Therapie für Patienten der Barmer GEK bringt große Probleme für die Patienten und deren behandelten Ärzten mit sich.

Ausschreibungen von Krankenkassen für Hilfsmittel sind nichts Neues, jedoch hat der Inhalt der aktuellen Barmer-Ausschreibung für die Versorgung von Patienten die an Schlafapnoe leiden und jede Nacht mit einem CPAP-Gerät und einer Atemmaske schlafen müssen, nichts mehr mit einer qualitativen Versorgung zu tun.

Die Mediziner und Patienten kritisieren, dass die Qualitätsaspekte in der Ausschreibung nur zu zehn Prozent gewichtet werden; davon bezögen sich drei Prozent auf einem kostenlosen Service Rufnummer. Für die eigentliche Versorgung (Atemtherapiegerät, Maske, Schlauch, Beratung) blieben demnach nur sieben Prozent übrig. Auch sollen gebrauchte Geräte die nicht älter als 4 Jahre sind in den Einsatz gebracht werden. Möchte der Patient eine qualitative hochwertigere Ausstattung haben so werden zukünftig Barmer Versicherte mit entsprechenden Zuzahlungen belastet.

Sicherlich lässt sich der Begriff „gute Qualität“ unterschiedlich interpretieren, jedoch sehen die Patienten und die Mediziner hier einen eindeutigen Gesetzesverstoß gegen das überarbeitete Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) § 127 Absatz 1b SGB V, das am 01.04.17 in Kraft getreten ist.

Diese Ausschreibung der Barmer gefährdet die bisherigen Versorgungsstandards für Schlafapnoe-Patienten, die bei der Barmer versichert sind. Für Patienten wird dies wohl langfristig bedeuten, dass hochwertige Produkte und Leistungen, die heute noch von den Leistungserbringern geliefert und von Krankenkassen übernommen werden, in Zukunft nur mit Zuzahlung für die Patienten erhältlich sind.

Dirk Heidenblut (SPD) sprach sich grundsätzlich gegen Ausschreibungen in dieser Therapie aus, Matthias Hauer (CDU) hat bereits Kontakt mit dem Bundesgesundheitsministerium aufgenommen. Hier konnte er auch seine Nachfrage erreichen, dass das Bundesversicherungsamt informiert ist und nun überprüft ob die aktuelle Ausschreibung der Barmer GEK dem aktuellen Heil- und Hilfsmittel-Versorgungs-Gesetz entspricht. Beide Politiker möchten mit den Medizinern und der Selbsthilfe Schlafapnoe in Essen auch zukünftig im Gespräch und Austausch bleiben, damit die aktuellen Probleme in der Diagnose, Behandlung und Therapie für Patienten mit Schlafapnoe und Schlafstörungen angepackt und gelöst werden.

Die „Essener Runde“ ist für Deutschland und der Schlafmedizin ein wichtiger und großartiger Schritt. „Wir freuen uns sehr über dieses Ergebnis, mit dem wie nie gerechnet haben“ sagte Michael Biermann im Anschluss an den Kongress. Auch Prof. Dr. Helmut Teschler, einer der führenden Schlafmedizinern in Europa und langjähriger ärztliche Direktor der Ruhrlandklinik in Essen und Mitglied im Beirat der Selbsthilfe in Essen sagte: „Gemeinsam schaffen wir das unmöglich geglaubte! Die Nadel haben wir am Samstag tief ins Fleisch der Politik gestochen. Die beiden MDB haben uns klar signalisiert, dass eine Prüfung durch das Bundesversicherungsamt veranlasst wurde und wir nun gemeinsam in die Zukunft gehen.“

Mit über 800 Besuchern und Interessenten war der Essener Patientenkongress auch ein voller Erfolg für die Selbsthilfe Schlafapnoe in Essen e.V..

„Ich freue mich über die große Teilnehmerzahl und das politische Ergebnis welches wir erreichen konnten. Mein Vorstand und ich haben über ein Jahr diesen Patientenkongress geplant und organisiert, daher sind wir auch sehr dankbar für die Referenten, Sponsoren und Aussteller. Dieser Erfolg gibt uns weiteren Ansporn sich auch weiterhin ehrenamtlich für die Patienten in der Schlafmedizin einzusetzen.“

Michael Biermann ist neben seiner Arbeit in Essen auch Mitglied im geschäftsführenden Bundesvorstand des Bundesverbandes für Schlafapnoe und Schlafstörungen in Deutschland e.V.. Der BSD ist die bundesweit wirkende Dachorganisation für alle Selbsthilfegruppen, die sich der Betroffenen mit Schlafapnoe und Schlafstörungen annehmen. In Deutschland leiden ca. 20 Millionen Menschen an einer Schlafapnoe. Jeder dritte Hausarztbesuch von Patienten in Deutschland hängt direkt oder indirekt mit einer Schlafstörung zusammen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.schlafapnoe-essen.de