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Schlafmedizin

Schlafmittel
Hypnotika; Arzneimittel, die den Schlaf einleiten und aufrechterhalten können und u.a. zur Behandlung von Ein- sowie Durchschlafstörungen eingesetzt werden. Es gibt Mittel, die den Schlaf erzwingen, das heißt, das man als Folge der Einnahme sofort einschläft. Diese Medikamente werden heute jedoch kaum mehr eingesetzt. Heute greift man eher auf Mittel zurück, die den Schlaf einleiten. Der durch Schlafmittel hervorgerufene Schlaf soll hinsichtlich der Schlafarchitektur dem normalen Schlaf so weit wie möglich ähneln, um den gleichen Erholungscharakter zu besitzen. Abhängig von der Dosierung können Schlafmittel „nur“ beruhigend wirken oder sogar als Narkosemittel Verwendung finden.

Während man bis in die 1960er-Jahre vor allem Barbiturate als Schlafmittel einsetzte, sind es heute vorwiegend Benzodiazepine bzw. Benzodiazepin-Rezeptoragonisten (Tranquilizer), die beruhigend wirken und den Schlaf einleiten. Barbiturate werden heute gar nicht mehr als Ein- oder Durchschlafhilfe verordnet, da eine Überdosierung zum Tod führt. Nicht wenige Menschen verübten durch die Einnahme von Barbituraten Selbstmord. Eine Überdosis Benzodiazepine führt zwar auch zu einer schweren Vergiftung, aber in den meisten Fällen ist eine Rettung möglich.

Es gibt Benzodiazepine, die lang, mittellang und kurz wirken. Bei Ersteren tritt manchmal das Problem auf, dass sie noch nach dem Aufstehen nachwirken, Tagesschläfrigkeit hervorrufen und die Konzentration negativ beeinflussen (so genannter Hang-over-Effekt). Die Einnahme kurz wirkender Benzodiazepine hingegen kann bewirken, dass man nachts aufwacht und nicht wieder einschlafen kann. Bei mittellang wirksamen Benzodiazepinen treten beide Phänomene nur selten auf.

Schlafmittel werden im Allgemeinen nur für eine kurze Zeit verordnet, denn über eine längere Zeit eingenommen, können Benzodiazepine Abhängigkeit hervorrufen. Etwa fünf Prozent der deutschen Bevölkerung nehmen mehr oder weniger regelmäßig zur Behandlung ihrer Schlafstörungen Schlafmittel. Einer Entwöhnungsbehandlung unterziehen sich jährlich etwa 2000 Schlafmittelabhängige.
 
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