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Schlafmedizin

Schlafstörungen
Abweichungen vom gesunden Schlafverhalten. Dazu zählen in erster Linie Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnien), aber auch Atemstörungen im Schlaf (z.B. die Schlafapnoe), Störungen des Schlaf-wach-Rhythmus, flapsig ausgedrückt bedeutet das, die Nacht zum Tag und den Tag zur Nacht zu machen, die so genannten Parasomnien wie das Schlafwandeln und der Nachtschreck, übermäßige Schläfrigkeit, die durch Störungen des zentralen Nervensystems hervorgerufen werden (Hypersomnien) sowie Bewegungsstörungen im Schlaf.

Schlafstörungen kommen sehr häufig vor; rd. ein Drittel aller Deutschen klagen hin und wieder über Schlafprobleme, zehn Prozent leiden unter chronischen, das heißt über einen längeren Zeitraum (wenigstens sechs Monate) bestehenden Schlafstörungen. Mit zunehmenden Alter haben immer mehr Menschen Probleme mit dem Schlafen; Frauen sind insbesondere in und nach den Wechseljahren häufiger betroffen.

Die Ein- und Durchschlafstörungen unterscheidet man hinsichtlich ihrer Ursache. Von einer organischen Schlafstörung ist die Rede, wenn ihr eine körperliche Erkrankung zugrunde liegt, z.B. eine Schilddrüsenerkrankung oder eine Krankheit, die mit heftigen Schmerzen einhergeht. Als psychiatrische Schlafstörungen bezeichnet man die Insomnien, die im Zuge von schweren psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, aber auch Essstörungen auftreten. Genauso können seelische Belastungen und Stress zu einer Schlafstörung führen. In einigen Fällen findet sich auch eine erbliche Veranlagung für Schlafstörungen. Daneben gibt es Schlafstörungen, die durch Alkohol, Medikamente oder andere Substanzen ausgelöst werden, und solche, die als Folge eines bestimmten Verhaltens (z.B. Sport direkt vor dem Schlafengehen) auftreten. Einflüsse aus der Umwelt (z.B. Lärm) können den Schlaf ebenfalls empfindlich stören. Während einer Schwangerschaft sowie während der Stillzeit und der Menstruation leiden viele Frauen ebenfalls unter Schlafstörungen. Bei den so genannten primären Schlafstörungen lässt sich hingegen keine Ursache mehr finden. Sie mögen zwar infolge einer Krankheit bzw. einer organischen oder psychischen Störung/Belastung erstmals aufgetreten sein, haben sich jedoch nach und nach verselbständigt.

Die Diagnose einer Schlafstörung und ihrer Ursachen erfolgt im Allgemeinen erst einmal durch die Aufnahme der Krankengeschichte, dann wird der Patient darum gebeten, ein Schlaftagebuch zu führen, in dem er sein Verhalten rund um den Schlaf und Zeit und Dauer der Schlafstörung beschreibt. Eine körperliche Untersuchung wird der Arzt ebenfalls durchführen. Bei chronischen Schlafstörungen ist vielfach eine Einweisung ins Schlaflabor notwendig.

Die Behandlung der Schlafstörung ist abhängig von der Ursache. Bei leichten Schlafstörungen, die durch Umwelteinflüsse, bestimmte Substanzen oder eigene Verhaltensweisen hervorgerufen wurden, hilft oft bereits eine Verbesserung bzw. Veränderung der Schlafhygiene. In vielen Fällen kann auch eine Schlafrestriktion zum Erfolg führen. Das Erlernen einer Entspannungsmethode (Yoga, autogenes Training, Muskelrelaxation nach Jacobson) kann dazu beitragen, zum besseren Schlaf zu finden. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann insbesondere bei chronischen primären Schlafstörungen gute Erfolge bringen. Vorübergehend können auch Schlafmittel verordnet werden. Sie sollten jedoch nur über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum genommen werden, damit keine Abhängigkeit entsteht.

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