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Schlafapnoe als Risiko: wenn sich Bluthochdruck schlecht behandeln lässt

Bluthochdruck (Hypertonie) fördert die Entstehung von schweren Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Deshalb ist es so wichtig, etwas dagegen zu unternehmen. Doch was tun, wenn sich der Blutdruck durch Medikamente kaum senken lässt?
In einem solchen Fall sollte der Arzt seinen Patienten (und am besten auch den Ehe- oder Lebenspartner) fragen, ob er schnarcht und vielleicht sogar im Anschluss an einzelne Schnarcher Atemaussetzer auftreten. Denn eine solche Schlafapnoe kann die Ursache für schlecht behandelbaren Bluthochdruck sein.

Dauerhafter Blutdruckanstieg
Der Münchener Internist Dr. med. Heinrich Holzgreve, unterstützt von der Deutschen Hochdruckliga e. V., schlägt vor, bei jedem Patienten mit unzureichend eingestellten Bluthochdruck nachzuhaken, ob er möglicherweise unter Schlafapnoe leidet. Denn normalerweise sollte der Blutdruck während der Nacht sinken, u. a. weil der Sympathikus sich während des Schlafs im Ruhezustand befindet. Der Sympathikus ist der Teil des vegetativen, nicht willentlich beeinflussbaren Nervensystems, der für Mechanismen wie Angriff oder Flucht zuständig ist und den Blutdruck steigen lässt. Bei Personen mit Atemaussetzern während des Schlafs wird er immer wieder aktiviert. Kein Wunder, sind längere Atempausen wegen des Sauerstoffmangels doch lebensbedrohlich.
Die Folge: Der Betroffene wird nach jedem Atemaussetzer kurz wach, sein Blutdruck steigt immer wieder an und bleibt nach einiger Zeit auch nachts auf einem vergleichsweise hohen Wert. Dr. Holzgreve stellt klar, dass eine Schlafapnoe damit – neben anderen Faktoren wie Übergewicht und Rauchen – ein nicht zu unterschätzendes Risiko für die Entstehung von Hypertonie birgt.

Ohne Medikamente geht es nicht!
Mit Medikamenten ist dem Bluthochdruck, der durch eine Schlafapnoe mitbedingt ist, nur schlecht beizukommen. Aber eine Überdruckbehandlung mit einer Atemmaske (CPAP) kann vor allem bei schwerer Schlafapnoe den Bluthochdruck deutlich senken. Voraussetzung für die positive Wirkung auf den Blutdruck ist aber, dass der Patient die Maske jede Nacht anlegt. Bei leichter Schlafapnoe hingegen hat die CPAP keine deutlich messbaren Auswirkungen auf den Blutdruck.
Ohne blutdrucksenkende Medikamente normalisiert sich der Blutdruck bei einer schweren Schlafapnoe jedoch auch mit der CPAP nicht. Deshalb müssen – zusätzlich zu anderen Maßnahmen wie dem Abbau von Übergewicht, der auch einer Schlafapnoe entgegenwirkt – Blutdrucksenker genommen werden. Laut Holzgreve haben sich vor allem Betablocker bewährt, die auch den durch die Atemaussetzer aufgewühlten Sympathikus beruhigen.